Der TARMED hatte unter anderem zum Ziel, eine finanzielle Gerechtigkeit zwischen den Grundversorgern und den Spezialisten zu erwirken. Dies konnte jedoch nicht realisiert werden. Die Hausärzte fühlen sich benachteiligt. Deshalb fordern sie kürzere Arbeitszeiten und mehr politische Mitsprache. In überversorgten Gebieten ist der höhere Taxpunktwert gegenüber einer Landpraxis finanziell viel interessanter. Dazu kommt, dass das klassische Bild des rund um die Uhr verfügbaren und für alle Lebenssituationen zuständigen Hausarztes kaum mehr gefragt ist. Die Stelle eines Facharztes als Angestellter eines Spitals mit geregelten Arbeitszeiten ist weit attraktiver. Studien bestätigen, dass die Ärztedichte noch nie so gross war wie heute. Wir haben keinen Ärztemangel, sondern ein Verteilungsproblem.
Die Anreize für die Grundversorger müssen verstärkt werden
Der gesetzliche Vertragszwang und der vorgegebene Preis verhindern den freien Markt. Die Vertragsfreiheit würde die Möglichkeit zu einer bedarfsgerechten Versorgung und marktgerechten Preisen geben. Weiter müssen mit einer umfassenden Revision des TARMED die ursprünglichen Ziele der kostenneutralen Besserstellung der Grundversorger erreicht werden. Es macht keinen Sinn, dass die Bedingungen für Spezialisten weiter attraktiver bleiben als bei den kostengünstigeren Grundversorgern, während bei den Spezialisten teure Überkapazitäten vorhanden sind.
Die CONCORDIA ist auf genügend Grundversorger angewiesen
Die Krankenversicherer unterstützen diese Forderungen seit Jahren. Die CONCORDIA hat das Angebot für das Hausarztmodell myDoc in den letzten zwei Jahren stark ausgebaut. Der Grundgedanke von myDoc ist, dass die erste Anlaufstelle eines Patienten der Grundversorger ist. Er sorgt dafür, dass der Patient die richtige Behandlung erhält. Dazu braucht es jedoch genügend Grundversorger, die bereit sind, sich in Hausarztmodellen zu engagieren.
